11 Oktober 2007

Roaming-Gebühren umgehen + Festnetznummer mit Handy PDA und Smartphone nutzen

Kann man unter seiner deutschen Festnetznummer auch im Urlaub - weltweit - erreichbar sein?

Ist es möglich, aus dem Ausland einfach mit dem Handy, Smartphone oder PDA seine Grosseltern (bzw. eine Person, die nicht so gut alleine auf dem Computer oder dem Mobilfunkgerät Programme installieren kann) auf dem deutschen Festnetz anzurufen, ohne, dass es etwas kostet?


Um einmal den Inhalt dieses Beitrages vorwegzunehmen: Ja, es ist möglich, und ich möchte Ihnen an Hand eines Beispiels zeigen, wie man das macht.

Daher: Dieser Artikel ist diesmal eher etwas allgemeingültig verfasst und richtet sich vor allem an Leser, die einen Weg suchen, Roaming-Gebühren zu umgehen.

Quelle und Copyright des Fotos siehe Photocase.com

Für den Fall, dass Ihr Mobilfunkgerät nicht (!) mit einen WLan-Empfänger ausgestattet ist, möchte ich Ihnen als Alternative das Verfahren mit einem Laptop aufzeigen (die neueren Modelle besitzen eigentlich alle einen WLan-Empfänger).
Weiteres kann dann nachgelesen werden unter der headline "softphone für den Laptop - am Beispiel der freeware '1&1-softphone'"


Ausgangslage

Zunächst benötigt man zu Hause einen DSL-Telefon-Anschluss. Die nachfolgend beschriebene Möglichkeit, diesen auch mit dem Mobilfunkgerät nutzen zu können, ist jedoch nicht bei jedem Anbieter gewährleistet!!

wichtig: Ich persönlich nutze selber einen 1&1-Anschluss (incl. der Flatrate ins deutsche Festnetz), da dieser auch die Erreichbarkeit per SIP-Kennung* von extern anbietet, und möchte Ihnen daher anhand dieses Providers den Weg näher beschreiben.

*) Was sich unter dem Vorteil "Erreichbarkeit per SIP-Kennung" verbirgt, werde ich Ihnen noch folgend an einem Beispiel zeigen.


Neben den Informationen, die Ihnen Ihr Provider zu Ihrem DSL-Telefon-Anschluss gibt, kann man eine kleine Übersicht erhalten unter:
http://www.florianmessner.com/support/themen/voip/service/anbieter/voip-zugang-1.htm
Ein Forum, das sich mit dem Thema im Allgemeinem auseinandersetz, ist zu finden unter: http://www.ip-phone-forum.de


allgemeines Prozedere

Zunächst einmal vorab, was man denn benötigt:
  • Innerhalb Ihres Urlaubsortes suchen Sie sich ein Hotel, Cafe, Restaurant oder ähnliches mit kostenlosem WiFi. Notwendig ist, dass Ihr Mobilfunkgerät auch über einen WLan-Empfänger verfügt.
    Anmerkung: Befinden Sie sich öfters und länger im Ausland, kann man auch einmal über einen Data-Plan nachdenken. So "teuer" es zumindest im deutschsprachigen Raum ist, so verhältnismässig günstig ist es in anderen Ländern (Beispiel USA). Dieser Weg wäre allerdings dann nicht mehr kostenlos, aber dafür ortsunabhängig.

  • Nachdem man seinen PDA, Smartphone bzw. Handy via WLan mit dem kostenlosen WiFi-Netz verbunden hat, öffnet man ein Programm auf dem Mobilfunkgerät - genauer ein softphone. Innerhalb dieser software gibt man seine Zugangs-Daten vom heimischen DSL-Telefon-Anschluss ein*.
*) Was genau man wie eingeben muss und wo es die sogenannten, kostenlosen softphones gibt, folgt unter der headline "softphone für das Mobilfunkgerät - am Beispiel freeware fring".


Jetzt tun wir einmal so, Sie hätten beide obige Punkte umgesetzt. Nun passiert folgendes (Ich nehme, wie bereits erwähnt, als Beispiel meinen deutschen 1&1-Anschluss mit einer Flatrate ins deutsche Festnetz.):
  1. Ruft nun jemand Ihre Festnetznummer an, dann klingelt Ihr Mobilfunkgerät!
    Für die Person, die Sie anruft, entstehen die "normalen" Kosten, die ein Anruf ins deutsche Festnetz mit sich bringt.
    (Jetzt wissen Sie auch, was "Erreichbarkeit per SIP-Kennung von extern" bedeutet.)

  2. Rufen Sie jetzt via softphone mit Ihrem Mobilfunkgerät einen Kontakt auf seiner deutschen Festnetznummer an,
    • erscheint im display auf dem Telefon der Person, die Sie anrufen, Ihre üblich verwendete Festnetznummer [Gut, meine Oma wundert sich zwar immer und sagt "Kind, ich dachte Du bist auf Mallorca!"] und
    • der Anruf kostet Sie keinen Cent!
Quelle und Copyright des Fotos siehe Photocase.com

Wie Sie sehen, hat diese Vorgehensweise auch den Vorteil, dass die Person, die Sie anrufen möchten, weder zwingend einen Zugang zum Internet benötigt noch eine software irgendwo (Computer oder Mobilfunkgerät) installiert haben muss.

Grundsätzlich umsetzbar ist das Verfahren natürlich auch mit zwei Mobilfunkgeräten oder Laptops. Jeder von beiden ist mit seiner Festnetznummer eingewählt und unter dieser erreichbar.


softphone für das Mobilfunkgerät - am Beispiel freeware fring

Grundsätzlich lässt sich jedes softphone nutzen. Eine Übersicht über ein paar freeware-Vorschläge sind zu finden unter:
kostenlos telefonieren - VoiP über SIP mit dem Handy Smartphone oder PDA - howto


Bei der freeware fring handelt es sich um ein kostenloses softphone, dass sowohl auf Handys (Symbian) als auch auf Mobilfunkgeräten mit WindowsMobile (PDA und Smartphone) installiert werden kann.

Weitere Informationen (Download + Nutzung) können jeweils nachgelesen werden unter den internen Links:
VoiP über SIP + Chat und VoiP für Skpe GoogleTalk MSN ICQ und Chat mit twitter - freeware fring für Smartphone und PDA mit Windows Mobile bzw.
GoogleTalk Skype MSN ICQ - VoiP und Chat und für Symbian-Handys + VoiP über SIP + Twitter - Fring für Nokia und P990i P1i


Ich habe bewusst diese freeware ausgewählt, da Sie m.E. am einfachsten zu nutzen ist:
  1. Unter der Funktion "Menu" + "Settings..." + "Configure Services..." (siehe Bild unten links) wählt man "Other aus.
  2. Nun gibt man (siehe Bild unten rechts):
    • seine Telefonnummer (Format "49401234567"),
    • das password, welches man beim Provider des DSL-Telefonie-Zugangs vergeben hat und
    • den SIP-Server ein (z.B. "sip.1und1.de").
Fertig!


















Um nun ein Telefonat zu einem Festnetzanschluss zu führen, macht es Sinn, dass man sich auch die Telefonnummern, die sich auf dem Mobilfunkgerät befinden, innerhalb von fring einblenden lässt.

Dann markiert man die gewünschte Telefonnummer des Kontaktes. Wichtig ist, dass es sich auch um einen Festnetzanschluss und nicht - falls ebenfalls zu diesem Kontakt vorhanden - um eine Mobilfunknummer handelt.

Nun wählt man das Menü "Call" und entscheidet sich für "SIP call" (siehe Bild rechts).

Damit keine Missverständnisse bei der Telefonnummer entstehen, wird diese vor dem Wählen eingeblendet. Damit kann man überprüfen, ob es sich tatsächlich um die Festnetznummer handelt.

Handelt es sich um die gewünschte, so ist das Menü "OK" zu wählen (siehe Bild unten links).

Danach wird der Anruf initiiert (siehe Bild unten rechts).

















Erhält man einen Anruf, so wird dieser leider nicht wie gewohnt mit Namen eingeblendet.
Stattdessen findet man "Telefonnummer"@"Anbieter" vor.

Nichtsdestotrotz kann man diesen via "Accept" annehmen bzw. über "Reject" ablehnen.


Die Sprachqualität hängt von Ihrem Mobilfunkgerät, von der Datenübertragung als auch vom verwendeten softphone ab.


persönliche Anmerkungen:

Ich habe mit meinem kleinen WM5-PDA, der einen Prozessor von 195 MHz besitzt, und der freeware fring via WLan durchaus gute Ergebnisse erzielt.

Das einzig wirklich "schwierige" ist, dass jeder glaubt, Sie seien zu Hause und nicht am Strand von Florida oder im Hotel in Zürich. Wie Sie dies Ihrem Gesprächspartner erklären, bleibt eine Herausforderung [smile].


softphone für den Laptop - am Beispiel der freeware "1&1-softphone"

Ich gestehe gleich, dass man dieses softphone nur verwenden bzw. downloaden kann, wenn man Kunde bei 1&1 ist. Dennoch möchte ich es Ihnen vorstellen, da es ziemlich leicht zu nutzen ist.

Eine Alternative für ein softphone, dass ebenfalls auf den Computer zu installieren ist, finden Sie am Ende dieses Beitrages innerhalb der internen Links.


Wählt man sich in das Control-Center von 1&1 mit seinen Zugangsdaten ein, lässt sich direkt ein softphone unter "Downloads" hinunterladen.

Allgemein gilt zumindest für 1&1 (meinem Beispiel):
username: Ihre Telefonnummer also z.B. 49891234567
password: das password, was Sie bei der Einrichtung Ihrer Telefonnummern vergeben haben
1&1 Sip-Server = sip.1und1.de
1&1 STUN-Server = stun.1und1.de
1&1 realm (Domain) = 1und1.de

highlight: Synchronisation seiner Kontakte mit Outlook sowie Anruf einer Person direkt aus Outlook heraus (Tapi)

Voraussetzungen:
  1. Computer bzw. Laptop mit Windows
  2. ein headset
  3. Internetzugang
  4. Kunde bei 1&1
Jetzt gibt man nur noch seine Zugangsdaten ein. Dazu öffnet man die Einstellungen über einen Klick auf die sich in der linken Ecke befindendliche "Zange":
  • Auszuwählen ist das Land.
  • Danach trägt man die Telefonnummer ein.
  • Zum Schluss geben Sie noch das password ein, das Sie für diese Telefonnummer vergeben hatten.

Wichtig ist noch unter "Audio-Gerät", dass man sowohl für die Kopfhörer, das Mikrophon und den Klingelton die software auswählt, die die Soundkarte bedient.

Unter "Experten-Einstellungen" habe zumindest ich gute Erfahrungen gemacht mit den ports:
SIP: 5070 - 5079
RTP: 30000 - 30019
Unter "Netzwerk" sollten alle drei Häkchen vorzufinden sein.


Nutzung des softphones zu Hause

Nun gehe ich einmal davon aus, dass die meisten Leser zu Hause eine FritzBox nutzen. Daher werde ich Ihnen noch ein paar Tipps bei der Verwendung dieses Routers an die Hand geben.

Nicht jeder Router unterstützt upnp (Fritzbox 5070 nicht, 7170 schon). Daher müssen die ports manuell freigegeben werden.
Auch möglich ist, dass der übliche SIP-port 5060 nicht genutzt werden kann, sondern dass man lieber 5070 verwendet (5060 läßt sich an der Fritzbox nicht mit udnp freischalten).

Hören Sie beispielsweise Ihren Gesprächspartner, er Sie aber nicht, muss noch der RTP-port 10000-10009 freigeschaltet werden.
Ggf. bedarf es auch einer Änderung auf die ports 30000 bis 30019.

Das Gespräch bricht nach kurzen Sekunden ab? Dann sollte man einen anderen SIP-port (z.B. 5070 - 5079) verwenden.


Um Sie nicht zu verwirren, möchte ich Ihnen nachfolgend ein paar Parameter auflisten, mit denen man am softphone "rumspielen" kann und die man dann am Router ggf. manuell freigeben muss:
UDP 5070-5079
UDP 3478-3479
RTP UDP 8000-8005
RTP/RTCP ports UDP 30000-30019
RTP/RTCP ports UDP 10000-10009


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lesen Sie in der Reihe "VoiP mit dem Mobilfunkgerät - freeware" noch weiter:
  1. freeware x-Lite für PDA (sorry, aber das Datum weiss ich noch nicht so genau!)
Verpasst haben Sie:
  1. VoiP mit Handy Smartphone und PDA
  2. VoiP für Symbians und PDAs sowie Smartphones mit WindowsMobile- Barablu
  3. VoiP für PDAs - freeware Ineen und WengoPhone
  4. Skype mit PDAs
  5. VoiP über SIP mit Handy Smartphone und PDA
  6. Skype mit WindowsMobile - auch für Smartphones
  7. Skype für Handys - Nokia und Motorola - iSkoot
  8. GoogleTalk + Skype - VoiP und Chat für Symbian-Handys - Fring für Nokia mit VoiP über SIP
  9. OctroTalk - GoogleTalk mit VoiP, Chat File-Transfer sowie Chat mit MSN- und Yahoo-Kontakten- freeware für Smartphone und PDA mit WM5
  10. kostenlos telefonieren - VoiP über SIP mit dem Handy Smartphone oder PDA - howto
  11. VoiP über SIP für PDA mit Windows Mobile - freeware softphone Pocket Talk
  12. VoiP über SIP mit Video für Smartphone und PDA mit WM5 - freeware Kapanga Mobile
  13. VoiP mit EQO Mobile und Chat zu Google Talk + MSN + AIM + ICQ + Jabber + Yahoo- Java-freeware für Handy - Nokia Motorola Sony Ericsson
  14. VoiP mit Yeigo und Messenger für GoogleTalk, MSN, Yahoo!, AIM, ICQ - freeware für Nokia-Handy Smartphone und PDA


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4 Kommentare:

Dr-Smi schrieb...

Endlich habe ich dank diesem Artikel mein VoIP via WM6 und WLAN ans laufen bekommen. Weiter so!!!

sammelsurium schrieb...

Hallo dr-smi,

prima. Dann sind Sie jetzt auch mobil unter Ihrer Festnetznummer erreichbar...

Anonym schrieb...

Hallo. Wenn ich meine 1und1 Daten wie beschrieben bei fring im SIP eingebe, kommt bei mir aber nur SERVICE-ANMELDUNG fehlgeschlagen. Überprüfe Deinen Berechtigungsnachweiß. Was fehlt noch? Sollte hinter der Tel.Nr noch @online.de oder etwas ähnliches?

Anonym schrieb...

Moin! Schöne Anleitung! Danke!
Leider läuft es bei mir ebenfalls nicht es kommt auch die Meldung:



"Service-Anmeldung fehlgeschlagen. Überprüfe Deinen Berechtigungsnachweis"




Account ist bei 1und1. Anmeldung über Ekiga unter Linux funktioniert hingegen.